Reussbote vom 16. März 2007 - Im Reussboten vom Freitag 2. März schreiben Sie unter dem Grosstitel "Grosse Vorbehalte zum 2. Abschnitt": Die Umfahrung Mellingen stösst in der Vernehmlassung auf eine breite Zustimmung. Einzig in Wohlenschwil stösst das Projekt, vor allem der zweite Abschnitt Birrfeld- bis Lenzburgerstrasse, auf Kritik. Dieser Sachverhalt ist nicht richtig und macht den Anschein, dass nur Wohlenschwil gegen den 2. Abschnitt ist.
Total 65 Eingaben, davon Mellingen klar zuzuordnen 10, davon Stellungnahme Stadtrat Mellingen 1, davon eine Sammeleingabe mit 269 Unterschriften (die Sammeleingabe müsste noch analysiert werden, damit klar abgegrenzt werden kann, wie viele Unterschriften Wohlenschwil und wie viele Mellingen zuzuordnen sind). Im Rahmen seiner Stellungnahme weist der Stadtrat Mellingen darauf hin, dass die Kostenbeteiligung der Gemeinde Mellingen von Fr. 5 Mio. nur Gültigkeit hat, wenn die gesamte Umfahrung (Abschnitt 1 + 2) realisiert wird.
Ob sich da der Gemeinderat Mellingen nicht ein Kuckucksei ins Nest gelegt hat? Der Grossteil der Mellinger Bevölkerung und der angrenzenden Gemeinden sind sich einig, die Umfahrung (Abschnitt 1) Städtchen Mellingen muss kommen. Für den Abschnitt 2 hat sich jetzt erheblicher Widerstand formiert. Der Abschnitt 2 wird ganz sicher im Grossen Rat bekämpft. Er wird mit weiteren Einsprachen verzögert. Er wird mit Forderungen bezüglich Landschaft- Umwelt- und Lärmschutz so stark verteuert, dass er nicht realisiert werden kann und der Abschnitt 2 wird hoffentlich in allen Abstimmungen kläglich scheitern.
Es macht wirklich und absolut keinen Sinn den Verkehr über den zweiten Abschnitt zu leiten, durch rares und wertvolles Kulturland, durch das einzige Naherholungsgebiet das Mellingen im Westen hat. Die Umfahrung führt ein paar Meter an der Liegewiese des Hallenbades, direkt an den Turn- und Sportanlagen vorbei. Unsere Kinder und Sportvereine danken für die Schadstoffbelastung und den daraus resultierenden Folgeschäden, welche schon bei leichtestem Westwind verstärkt auftreten. Weiterführung an der Rückseite der Schulanlage Kreuzzelg und dem angegliederten Wohnquartier Kleine Kreuzzelg vorbei und gleich danach wieder an der Frontseite des gleichen Wohnquartieres Kleine Kreuzzelg im Retourweg zur Kreuzung Post/Käppeli.
Die Krönung Abschnitt 2 ist, dass dann möglichst viele Automobilisten gleich wieder zurückfahren bis zum Kreisel Lindenplatz, um bei Hubers neuer Superwaschanlage die Autos waschen und volltanken zu lassen. Oder aber, sie benützen den Parkplatz Lindenplatz, um im Städtli einkaufen zu gehen. Das wäre für das Gewerbe wünschenswert, allerdings ist die Wahl der Umfahrung mit Abschnitt 2 dazu völlig falsch.
Die Lastwagen, der Schwerverkehr und ein grosser Teil des Umfahrungsverkehrs wird ohnehin die kürzeste Route nehmen, nämlich Kreisel Anschluss K269 (Ende Abschnitt 1, Birrfeldstrasse), Kreisel Lindenplatz, Lenzburgerstrasse und aus Mellingen heraus über die Bremgarterstrasse oder umgekehrt. Die richtige Lösung kann nur die Realisierung des Abschnittes 1 sein. Der Verkehr soll vom Knoten Birrfeldstrasse direkt zum Kreisel Lindenplatz, bei der Gargage Huber vorbei und zur Kreuzung Post/Käppeli führen. Den Abschnitt 2 ersatzlos streichen.
Nur hat jetzt der Gemeinderat Mellingen mit seiner Einsprache und der Streichung der Kostengutsprache von 5 Mio Franken, im Falle, dass nur Abschnitt 1 realisiert wird, ein Problem. Der Kanton wird die Umfahrung nicht realisieren, wenn er den ganzen Betrag für die Umfahrung mit nur Abschnitt 1 bezahlen soll. Konsequenz im schlimmsten Falle: Die Umfahrung des Städtchens wird wieder nicht realisiert.
Die einzig realistische Lösung kann nur sein, dass sich die beteiligten Gemeinden auf den Abschitt 1 der Umfahrung einigen. Abschnitt 2 soll ersatzlos gestrichen werden. Dieses Vorgehen erspart dem Kanton jede Menge Arbeit und Kosten und die Umfahrung Mellingen mit Abschnitt 1 kann im Sinne und Interesse einer grossen Mehrheit in Mellingen und Umgebung realisiert werden. Paul Vogler, Mellingen


