In den 50er Jahren
Zwischen der Reuss und Büblikon liegt eine Ebene mit Riedwiesen, verschiedenen Bachläufen, Weihern und Hecken ein Paradies für Feldhase, Iltis, für an Wasser und Riedwiesen gebundene Vogelarten, für Reptilien - Ringelnatter, Zauneidechese, Blindschleiche - für Amphibien - Wasser und Laubfrosch, Erdkröte, Kreuzkröte, Molche, für verschiedene kleine Fischarten und Jungfischen, für viele Insektenaren wie Libellen und Schmetterlinge. Vom Menschen genutzt wurde wohl die Streu der Riedwiesen. Strassen mit wenig Verkehr verbanden die Dörfer mit Mellingen.
Es werden Bäche eingedolt, Riedwiesen trockengelegt und ganze Flächen aufgefüllt. Übrig bleiben die begradigten Schwarzgraben und Franzosengraben und kleine Reste des ehemaligen Sumpfgebietes. Die Landwirtschaft nimmt das Gebiet "unter den Pflug": Es wird jetzt Ackerbau getrieben.
Immer noch gibt es eine grosse Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Auffällig ist, dass bis Ende des 20. Jahrhunderts viele Vogelarten, die Ried- und Wasserflächen als Lebensraum brauchen, auf ihrem Zug in der Ebene zwischen Reuss und Büblikon rasten: z.B. Nacht- und Silberreiher, Sumpfrohrsänger, Feldschwirl, Braunkehlchen.
Nach 2012
Mellingen und Wohlenschwil-Büblikon sind massiv angewachsen. Als Folge hat der Strassenverkehr massiv zugenommen. Strassen sind zu Lebensraum zerschneidenden Linien geworden, die von Tieren kaum mehr überquert werden können. Auch die Landwirtschaft hat ihre Produktion gesteigert. Die Äcker und Wiesen werden viel intensiver bewirtschaftet als 50 Jahre vorher ? auch sie sind kein guter Lebensraum mehr für Erdkröten und Feldlerchen und Schmetterlinge. Nicht nur hier, im ganzen Mittelland geht es der Natur, trotz Einsatz von viel Naturschutzgeld immer schlechter: Die Lebensräume für viele Arten ist viel zu klein geworden. Und doch lassen sich hier immer noch überraschende Naturbeobachtungen machen: Eisvogel, Sperber, Enten und Teichrohrsänger lassen sich sehen und hören! Viele alte und junge Menschen geniessen dies auf ihren Spaziergängen durch die Ebene!




